In dieser Serie begleiten wir den Bau der neuen Schweizer Botschaft in Kameruns Hauptstadt Yaoundé und zeigen Ideen und Gesichter hinter diesem besonderen Projekt.
In dieser Serie begleiten wir den Bau der neuen Schweizer Botschaft in Kameruns Hauptstadt Yaoundé und zeigen Ideen und Gesichter hinter diesem besonderen Projekt.
Ein öffentliches Gebäude, und erst noch eine Botschaft, aus Lehmsteinen gebaut. Das ist eher ungewöhnlich in Kameruns Hauptstadt Yaoundé. “Im westlichen Afrika wird Lehm als Zeichen von Armut und Ländlichkeit empfunden und in den Städten dominiert Beton als Statussymbol. Es hat daher eine Signalwirkung, dass die neue Schweizer Botschaft mit Lehm gebaut wird", sagt Jonathan Ensslin von Oxara. Er betreut das Projekt seitens Oxara, das den Stabilisator für die Lehmsteine liefert.
Der Entwurf für das Botschaftsgebäude stammt von Caesar Zumthor Architekten und Nord Architekten und umfasst Kanzlei, Residenz und Verbindungsbau, die sich um einen Hof gruppieren. Ziel der Architekt:innen war es, mit lokalen Ressourcen nachhaltig zu bauen. Ihre Idee: Vor Ort bezogener Lehm, der mit Oxara’s Oxabrick® Loko Stabilisator zu Lehmsteinen verarbeitet wird.
©Glen Amungwa Nkumboh Um die Beschaffenheit des lokalen Bodens zu prüfen, wurden 150 kg Lehm aus Yaoundé nach Dietikon, Schweiz, geliefert. Die Tests im Oxara-Labor ergaben, dass das Material für die Verwendung mit Oxabrick® Loko gut geeignet ist. So erteilte das BBL den offiziellen Auftrag.
Um die Testergebnisse vor Ort im grossen Massstab zu validieren, wurde eine erste Lieferung nach Yaoundé versandt. Dort liessen sich die Laborergebnisse zunächst nicht reproduzieren. Um diese Herausforderung anzugehen, engagierte Oxara Bernadin Beauderic Kenne Diffo als unabhängigen Berater vor Ort. Bernadin ist Materialforscher und hat Oxara bereits 2020 während seines Doktorats an der ETH Zürich kennengelernt. Da er selbst in Kamerun lebt, bringt er nicht nur wissenschaftliches Fachwissen über erdbasierte Baumaterialien mit, sondern auch Erfahrung mit den lokalen Gegebenheiten und kann so eine Brücke zwischen der in der Schweiz entwickelten Technologie von Oxara und der kamerunischen Lehmsteinproduktion schlagen. Rückblickend schildert er die Situation: “Der Blockproduzent Eco-Brick hatte bereits erste Versuche zur Lehmsteinproduktion mit dem Oxara-Stabilisator unternommen, stiess aber auf Probleme mit den Mischverhältnissen.” Gemeinsam mit Eco-Brick entwickelte Bernadin ein Mischverhältnis, mit dem das Material sowohl die Wasserabsorption als auch die Druckfestigkeit erfüllte.
Im Sommer 2025 wurde die erste grosse Lieferung von Oxabrick® Loko nach Yaoundé verschifft. Seither konnten gemeinsam mit dem lokalen Produzenten Eco-Brick die ersten erfolgreichen Produktionsläufe durchgeführt und die Rezeptur validiert werden. Ein erster Wand-Mock-up für die Mauerwerkselemente wurde bereits realisiert. Ein grösserer Mock-up mit rund 7’000 gepressten Lehmsteinen befindet sich derzeit im Bau und soll in den kommenden Wochen fertiggestellt werden. Kurz danach soll mit den Bauarbeiten für die neue Botschaft begonnen werden.
Das Projekt ist in seiner Wirkung nicht zu unterschätzen, denn es verbindet wissenschaftliche Relevanz mit praktischer Wirkung, erklärt Bernadin: „Die Möglichkeit, mit dem roten Lehm, der in Yaoundé im Überfluss vorhanden ist, Lehmsteine herzustellen, die fast so fest sind wie gewöhnliche Betonsteine – das hat mich von Anfang an fasziniert. Es ist ein positiver ökologischer Impact durch die Reduktion des CO₂-Ausstosses, den der Einsatz von Zement sonst verursacht."
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